|
Handballregeln
Regel
1: Die Spielfläche
1:1
Die Spielfläche ist ein Rechteck von 40 m Länge und 20 m Breite
und umfasst zwei Torräume (Regel 1:4 und Regel 6) und ein Spielfeld.
Die Längsseiten heißen Seitenlinien, die Breitseiten Torauslinien,
zwischen den Torpfosten jedoch Torlinien. Eine Sicherheitszone entlang
der Spielfläche von mindestens 1 m neben den Seitenlinien und 2 m
hinter den Torauslinien sollte gegeben sein. Die Beschaffenheit der Spielfläche
darf im Spielverlauf nicht zugunsten einer Mannschaft verändert werden.
Nur
gültig für den Bereich des DHB:
Der DHB und seine Verbände können in ihren Bereichen abweichende
Bestimmungen für die Größe der Spielfläche treffen.
1:2
In der Mitte der beiden Torauslinien steht ein Tor müssen fest im
Boden oder an den Wänden hinter ihnen verankert sein. Sie sind im
Lichten 2 m hoch und 3 m breit. Die Pfosten des Tores sind durch eine
Querlatte fest verbunden. Ihre hintere Kante muss mit der hinteren Seite
der Torlinie verlaufen. Torpfosten und Latte müssen quadratisch sein
(8 cm). Sie müssen auf den drei vom Spielfeld einzusehenden Seiten
mit zwei kontrastierenden Farben gestrichen sein, die sich ebenfalls deutlich
vom Hintergrund abheben sollen. Jedes Tor muss mit einem Netz versehen
sein. Dieses muss so aufgehängt werden, dass ein in das Tor geworfener
Ball normalerweise im Tor verbleibt.
1:3
Alle Linien auf der Spielfläche sind integraler Bestandteil des Bereichs,
den sie begrenzen. Die Torlinien zwischen den Torpfosten sind 8 cm breit
alle anderen Linien sind 5 cm breit. Zwei nebeneinander liegende Bereiche
können anstatt durch Linien auch durch unterschiedliche Farben voneinander
abgegrenzt werden.
1:4
Vor jedem Tor befindet sich der Torraum. Der Torraum wird wie folgt von
der Torraumlinie (6-m-Linie) begrenzt: vor dem Tor wird in 6 m Abstand
parallel zur Torlinie eine 3 m lange Linie gezogen (gemessen von der hinteren
Kante der Torlinie zur vorderen Kante der Torraumlinie). Zwei Viertelkreise
von 6 m Halbmesser (gemessen von der hinteren Innenkante der Torpfosten)
verbinden die 3 m lange Linie mit der Torauslinie
1:5
Die Freiwurflinie (9-m-Linie) wird gestrichelt und in 3 m Abstand vor
der Torraumlinie gezogen. Die Markierungen der Freiwurflinie sowie die
Zwischenräume messen 15 cm.
1:6
Die 7-m-Linie ist eine 1-m-lange Linie vor dem Tor. Sie verläuft
parallel zur Torlinie, gezogen in einem Abstand von 7 m, gemessen von
der hinteren Kante der Torlinie zur vorderen Kante der 7-m-Linie;
1:7
Die Torwartgrenzlinie (4-m-Linie) ist eine 15 cm lange Linie vor dem Tor.
Sie verläuft parallel zur Torlinie, gezogen in einem Abstand von
4 m, gemessen von der hinteren Kante der Torlinie zur vorderen Kante der
4m-Linie
1:8
Die Mittellinie verbindet die Halbierungspunkte der beiden Seitenlinien
miteinander
1:9
Die Auswechsellinie (ein Teil der Seitenlinie) reicht für jede Mannschaft
von der Mittellinie bis zu einem 4,5 m von der Mittellinie entfernten
Endpunkt. Von diesem Endpunkt der Auswechsellinien wird parallel zur Mittellinie
und beiderseits der Seitenlinie eine 15 cm lange Linie gezogen
Hinweis:
Detaillierte technische Anforderungen für die Spielfläche und
die Tore enthalten die "Richtlinien für Spielflächen und
Tore".
Regel 2: Spielzeit, Schlusssignal, Time-Out, Spielzeit
2:1
Die normale Spielzeit für alle Mannschaften mit Spielern von 16 Jahren
und mehr beträgt 2 x 30 Minuten; die Halbzeitpause normalerweise
10 Minuten. Die normale Spielzeit für Jugendmannschaften von 12-16
Jahren beträgt 2 x 25 Minuten, für Jugendmannschaften von 8-12
Jahren 2 x 20 Minuten; die Halbzeitpausen normalerweise 10 Minuten.
2:2
Ist ein Spiel nach Ablauf der regulären Spielzeit unentschieden und
soll bis zur Entscheidung weitergespielt werden, erfolgt nach einer Pause
von 5 Minuten eine Verlängerung. Die Verlängerung dauert 2 x
5 Minuten mit 1 Minute Halbzeitpause. Ist das Spiel nach einer ersten
Verlängerung noch nicht entschieden, erfolgt nach einer Pause von
5 Minuten eine zweite Verlängerung von 2 x 5 Minuten mit 1 Minute
Halbzeitpause. Fällt auch hier keine Entscheidung, ist der Gewinner
im Einklang mit den Bestimmungen des betreffenden Wettbewerbs zu ermitteln.
Ist die Entscheidung durch 7-m-Werfen herbeizuführen, gelten die
Bestimmungen des folgenden Kommentars.
Kommentar:
Entscheidung durch 7-m Werfen: Am 7-m Werfen dürfen hinausgestellte,
disqualifizierte oder ausgeschlossene Spieler nicht teilnehmen. Jede Mannschaft
benennt 5 Spieler. Diese Spieler führen im Wechsel mit der anderen
Mannschaft je einen Wurf aus. Die Reihenfolge der Werfer ist den Mannschaften
freigestellt. Die Torwarte können frei gewählt und gegen einen
anderen zur Teilnahme berechtigten Spielern ausgewechselt werden. Spieler
können sowohl als Werfer als auch als
Torwart eingesetzt werden. Die Schiedsrichter bestimmen das Tor, auf das
geworfen wird. Die Mannschaft die das Losen gewinnt, entscheidet, ob sie
oder die andere Mannschaft mit dem Werfen beginnt. Bei Gleichstand nach
dem ersten
Durchgang beginnt die andere Mannschaft mit der Fortsetzung des 7-m Werfens.
Für diese Fortsetzung benennt jede Mannschaft wiederum 5 Spieler.
Hierbei dürfen dieselben Spieler wie beim ersten Durchgang benannt
werden, auch ein Wechsel einzelner oder aller Spieler ist möglich.
Diese Regelung ist bis zur endgültigen Entscheidung anzuwenden. Ein
Sieger steht jedoch fest, wenn eine Mannschaft nach einem Wurfwechsel
mit einem Tor führt. Spieler können von der weiteren Teilnahme
wegen besonderer oder wiederholter Unsportlichkeit disqualifiziert werden
(16:13). Handelt es sich hierbei um einen der 5 benannten Spieler, kann
die Mannschaft einen anderen Spieler benennen.
2:3
Die Spielzeit beginnt mit dem Anpfiff des Anwurfs durch den Schiedsrichter
und endet mit dem automatischen Schlusssignal der öffentlichen Zeitmessanlage
oder dem Schlusssignal des Zeitnehmers. Ertönt kein derartiges Signal,
pfeift der chiedsrichter, um anzuzeigen, dass die Spielzeit abgelaufen
ist (17:10).
Kommentar:
Sollte keine öffentliche Zeitmessanlage mit automatischem Schlusssignal
vorhanden sein, bedient sich der Zeitnehmer einer Tisch- oder Handstoppuhr
und beendet das Spiel mit dem Schlusssignal. Bei Benutzung einer öffentlichen
Zeitmessanlage sollte diese, falls möglich, so eingestellt sein,
dass sie von 0 auf 30 läuft.
2:4
Regelwidrigkeiten und unsportliches Verhalten vor oder mit dem Ertönen
des Schlusssignals (bei Halbzeit- oder Spielende bzw. Ende der Verlängerung)
sind zu ahnden, auch wenn die Ausführung des Freiwurfs (nach Regel
13:1) oder 7-m-Wurfs nicht vor dem Schlusssignal erfolgen kann. Ertönt
das Schlusssignal, wenn ein Frei- oder 7-m-Wurf noch auszuführen
ist oder der Ball sich nach einem solchen Wurf noch in der Luft befindent,
ist dieser Wurf ebenfalls zu wiederholen. In beiden Fällen beenden
die Schiedsrichter das Spiel erst, wenn der Freiwurf oder 7-m-Wurf ausgeführt
oder wiederholt wurde und das Ergebnis dieses Wurfes feststeht.
2:5
Für Freiwurfausführungen (oder -wiederholungen) nach Regel 2:4
gelten besondere Anweisungen bezüglich der Aufstellung der Spieler
und des Spielerwechsels. Abweichend von dem normalen Spielerwechsel gemäß
Regel 4:4 darf nur die werfende Mannschaft einen Spieler auswechseln.
Verstöße sind entsprechend Regel 4:5 Absatz 1 zu ahnden. Die
Mitspieler des Werfers müssen sich mindestens drei Meter von ihm
entfernt und nicht zwischen Torraum- und Freiwurflinie der anderen
Mannschaft aufhalten (13:7, 15:6, siehe auch Erläuterung 1). Für
die Spieler der abwehrenden Mannschaft gilt Regel 13:8
2:6
Unter den in den Regeln 2:4- 5 beschriebenen Umständen können
gegen Spieler und Mannschaftsoffizielle für Regelwidrigkeiten und
unsportliches Verhalten bei der Ausführung eines Freiwurfs oder 7-m-Wurfs
persönliche Bestrafungen ausgesprochen werden. Eine Regelwidrigkeit
bei der Ausführung eines derartigen Wurfs kann jedoch keinen Freiwurf
in die andere Richtung nach sich ziehen.
2:7
Stellen die Schiedsrichter fest, dass der Zeitnehmer das Spiel zu früh
mit dem Schlusssignal (Halbzeit oder Ende des Spiels oder der Verlängerungen)
beendet hat, sind sie verpflichtet, die Spieler auf der Spielfläche
zu behalten und die verbleibende Spielzeit nachspielen zu lassen. Bei
der Wiederaufnahme des Spiels bleibt die Mannschaft in Ballbesitz,
welche zum Zeitpunkt des zu früh ertönten Signals im Ballbesitz
gewesen ist. War der Ball nicht im Spiel, wird das Spiel mit dem der Spielsituation
entsprechenden Wurf fortgesetzt, andernfalls laut Regel 13:4a-b mit Freiwurf.
Ist die 1. Halbzeit eines Spiels (oder einer Verlängerung) zu spät
beendet worden, muss die 2. Halbzeit um die entsprechende Zeit verkürzt
werden. Ist die 2. Halbzeit eines Spiels (oder einer Verlängerung)
zu spät beendet worden, können die Schiedsrichter nichts mehr
an der Situation ändern.
2:8
Die Schiedsrichter entscheiden, wann und wie lange die Spielzeit unterbrochen
wird ("Time-out"). In folgenden Situationen ist ein Time-out
verbindlich:
a) Hinausstellung, Disqualifikation, Ausschluss
b) Team-Time-Out
c) Pfiff vom Zeitnehmer oder Technischen Delegierten
d) notwendige Rücksprache zwischen den Schiedsrichtern entsprechend
Regel
17:7.
Entsprechend den Umständen wird ein Time-out normalerweise auch in
bestimmten anderen Situationen gewährt (Erläuterung 2).
Regelwidrigkeiten während eines Time-out haben die gleichen Folgen
wie Regelwidrigkeiten während der Spielzeit (16:13, Absatz 1).
2:9
Bei einem Time-out entscheiden grundsätzlich die Schiedsrichter,
wann die Uhr anzuhalten und wieder in Gang zu setzen ist.
Die Spielzeitunterbrechung ist dem Zeitnehmer durch drei kurze Pfiffe
und Handzeichen 16 anzuzeigen. Erfolgt die Spielunterbrechung jedoch durch
Signal des Zeitnehmers oder Delegierten (2:8b-c), muss der Zeitnehmer
die Uhr sofort, ohne Bestätigung durch die Schiedsrichter, anhalten.
Nach einem Time-out (15:5b) muss das Spiel durch Anpfiff wiederaufgenommen
werden.
Kommentar:
Ein Signal des Zeitnehmers/Delegierten unterbricht das Spiel. Auch wenn
die Schiedsrichter (und die Spieler) nicht sofort wahrnehmen, dass das
Spiel unterbrochen ist, ist jede Handlung auf der Spielfläche nach
dem Signal ungültig, also auch ein nach dem Signal gefallenes Tor.
Ebenso ist eine Wurfentscheidung für eine Mannschaft (7-m-Wurf, Freiwurf,
Einwurf, Anwurf oder Abwurf) ungültig. Das Spiel ist entsprechend
der zum Zeitpunkt des Signals gegebenen Situation wieder aufzunehmen.
Hauptgründe für ein Eingreifen sind ein beantragtes TTO oder
ein Wechselfehler. Persönliche Strafen, die die Schiedsrichter zwischen
dem Signal vom Tisch und der Wahrnehmung ausgesprochen haben, bleiben
jedoch gültig, unabhängig von der Art des Vergehens und der
Art der Strafe. 2:10 Jede Mannschaft hat pro Halbzeit (ausgenommen Verlängerungen)
Anspruch auf ein Team-Time-out von einer Minute Länge (Erläuterung
3).
Nur gültig für den Bereich des DHB:
Die Landesverbände können für ihren Bereich die Nichtanwendung
des Team-Time-out beschließen (vgl. §87, Absatz 2 SpO).
Regel 3: Der Ball
3:1
Der Ball besteht aus einer Leder- oder Kunststoffhülle. Er muss rund
sein. Das Außenmaterial darf nicht glänzend oder glatt sein
(17:3).
3:2
Die einzelnen Mannschaftskategorien müssen folgende Ballgrößen,
d.h. Umfang und Gewicht verwenden: -58-60 cm und 425-475 g (IHF-Größe
3) für Männer und männliche Jugend (16 Jahre und älter);
-54-56 cm und 325-375 g (IHF-Größe 2) für Frauen, weibliche
Jugend (14 Jahre und älter) und männliche Jugend (12 bis 16
Jahre); -50-52 cm und 290-330 g (IHF-Größe 1) für weibliche
Jugend (8 bis 14 Jahre) und männliche Jugend (8 bis 12 Jahre).
Kommentar:
Das "IHF-Ballreglement" umfasst die technischen Anforderungen
für Bälle, die bei allen offiziellen, internationalen Spielen
eingesetzt werden. Diese Spielregeln beinhalten nicht Größe
und Gewicht von Bällen für den "Mini-Handball".
3:3
Bei jedem Spiel müssen mindestens zwei Bälle vorhanden sein.
Die Reservebälle müssen während des Spielverlaufs beim
Zeitnehmertisch unmittelbar verfügbar sein. Die Bälle müssen
den Regeln 3:1- 2 entsprechen.
3:4
Die Schiedsrichter entscheiden, wann ein Reserveball eingesetzt wird.
In diesem Fall sollten sie den Reserveball zügig ins Spiel bringen,
um eine Unterbrechung so kurz wie möglich zu halten und ein Time-out
zu vermeiden.
Regel 4: Mannschaft
Auswechselung,
Ausrüstung Mannschaft
4:1 Eine Mannschaft besteht aus bis zu 14 Spielern. Auf der Spielfläche
dürfen sich gleichzeitig höchstens 7 Spieler befinden. Die übrigen
Spieler sind Auswechselspieler. Die Mannschaft muss während des gesamten
Spielverlaufs einen Spieler auf der Spielfläche als Torwart benennen.
Ein Spieler, welcher als Torwart gekennzeichnet ist, kann jederzeit die
Position als Feldspieler einnehmen. Ebenso kann ein Feldspieler jederzeit
die Position des Torwarts einnehmen (beachte 4:4 und 4:7). Zu Spielbeginn
müssen wenigstens 5 Spieler auf der Spielfläche antreten. Die
Anzahl der Spieler einer Mannschaft darf im Spielverlauf - einschließlich
der Verlängerungen - jederzeit auf bis zu 14 Spieler ergänzt
werden (für IHF- und Kontinent-Veranstaltungen wird die Situation
entsprechend dem jeweiligen Reglement gehandhabt). Sinkt die Anzahl der
Spieler einer Mannschaft auf der Spielfläche unter 5, kann weitergespielt
werden. Es liegt im Ermessen des Schiedsrichters, ob und wann ein Spiel
abzubrechen ist (17:12).
Nur
gültig für den Bereich des DHB:
Die Verbände können in den Altersklassen unterhalb der C-Jugend
abweichende Bestimmungen zur Anzahl der Spieler für den von ihnen
geleiteten Spielbetrieb treffen.
4:2
Eine Mannschaft darf im Spielverlauf höchstens 4 Mannschaftsoffizielle
einsetzen. Diese Mannschaftsoffiziellen dürfen während des Spiels
nicht ausgewechselt werden. Einer von ihnen ist als "Mannschaftsverantwortlicher"
zu bezeichnen. Nur dieser Offizielle ist berechtigt, den Zeitnehmer/Sekretär
und eventuell die Schiedsrichter anzusprechen (ausgenommen Erläuterung
3). Im allgemeinen ist ein Mannschaftsoffizieller nicht berechtigt, während
des Spiels die Spielfläche zu betreten. Ein Verstoß gegen diese
Regel ist als unsportliches Verhalten zu ahnden (8:4, 16:1c, 16:3d und
16:6a).Das Spiel wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft
fortgesetzt (13:1a- Erläuterung 9). Der Mannschaftsverantwortliche
ist dafür verantwortlich, dass sich ab Spielbeginn im Auswechselraum
keine anderen Personen als die eingetragenen Offiziellen (max. 4) und
die teilnahmeberechtigten Spieler (4:3) befinden. Andernfalls ist er progressiv
zu bestrafen (16:1c, 16:3d und 16:6a).
4:3
Das Spiel wird mit einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft
fortgesetzt (13:1a-b: Erläuterung 9). Ein Spieler oder Mannschaftsoffizieller
ist teilnahmeberechtigt, wenn er beim Anpfiff anwesend und im Spielprotokoll
eingetragen ist. Nach Spielbeginn eintreffende Spieler/Mannschaftsoffizielle
müssen vom Zeitnehmer/Sekretär die Teilnahmeberechtigung erhalten
und im Spielprotokoll eingetragen werden. Ein teilnahmeberechtigter Spieler
kann die Spielfläche jederzeit über seine eigene Auswechsellinie
betreten (beachte 4:4 und 4:6). Der Mannschaftsverantwortliche ist dafür
verantwortlich, dass nur
teilnahmeberechtigte Spieler die Spielfläche betreten. Andernfalls
ist er wegen unsportlichen Verhaltens zu bestrafen (13:1a-b, 16:1c,16:3d,
16:6a, Erläuterung 9).
Spielerwechsel
4:4 Auswechselspieler dürfen während des Spiels jederzeit und
wiederholt (siehe jedoch Regel 2:5 ), ohne Meldung beim Zeitnehmer/Sekretär,
eingesetzt werden, sofern die zu ersetzenden Spieler die Spielfläche
verlassen haben (4:5).
Das Ein- und Auswechseln von Spielern darf nur über den eigenen Auswechselraum
erfolgen (4:5). Dies gilt auch für den Torwartwechsel (4:7 und 14:10).
Die Auswechselregeln sind auch bei einem Time-out (ausgenommen Team-Time-out)
gültig.
Kommentar:
Sinn der Auswechsellinie ist es, ein korrektes Auswechseln sicherzustellen,
nicht aber, Spieler zu bestrafen, die die Seiten- oder die Torauslinie
ohne Vorteilsabsicht überschreiten (z.B. um Wasser oder das Handtuch
direkt neben der Auswechsellinie zu holen oder die Spielfläche nach
einer Hinausstellung auf sportliche Weise außerhalb der eigenen
Auswechselraummarkierung zu verlassen). Taktisches und nicht erlaubtes
Verlassen der Spielfläche wird separat in Regel 7:10 behandelt.
Nur
gültig für den Bereich des DHB:
Im Jugendbereich ist ein Spielerwechsel jedoch nur möglich, wenn
sich die Mannschaft in Ballbesitz befindet oder während eines Time-out.
4:5
Ein Wechselfehler ist mit einer Hinausstellung für den fehlbaren
Spieler zu ahnden. Begehen mehrere Spieler einer Mannschaft in der gleichen
Situation einen Wechselfehler, so ist nur der erste Spieler, welcher eine
Regelwidrigkeit begeht, zu bestrafen. Das Spiel wird mit Freiwurf für
die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b; Erläuterung 9).
4:6
Betritt ein zusätzlicher Spieler die Spielfläche ohne Auswechselung
oder greift ein Spieler unberechtigt vom Auswechselraum aus in das Spielgeschehen
ein, erhält dieser Spieler eine Hinausstellung. Die Mannschaft muss
für die folgenden 2 Minuten um einen Spieler auf der Spielfläche
reduziert werden. Betritt ein hinausgestellter Spieler während seiner
Hinausstellungszeit die Spielfläche, erhält er erneut eine Hinausstellung,
die sofort beginnt, und die Mannschaft muss für die Restzeit der
ersten Hinausstellung auf der Spielfläche um einen weiteren Spieler
reduziert werden. Das Spiel wird in beiden Fällen mit einem Freiwurf
für die gegnerische Mannschaft fortgesetzt (13:1a-b; Erläuterung
9).
Ausrüstung
4:7 Alle Feldspieler einer Mannschaft müssen einheitliche Spielkleidung
tragen. Die Kombinationen von Farbe und Design der beiden Mannschaften
müssen sich deutlich voneinander unterscheiden. Alle als Torwart
eingesetzten Spieler einer Mannschaft müssen eine identische Farbe
tragen, die sich von den Farben der Feldspieler beider Mannschaften und
der Torwarte der anderen Mannschaft optisch deutlich erkennbar unterscheiden
(17:3).
4:8
Die Spieler müssen auf dem Rücken mindestens 20 cm und auf der
Brust mindestens 10 cm hohe Ziffern tragen. Dabei sollte es sich um Ziffern
zwischen 1 bis 20 handeln. Spieler, die zwischen Feldspieler und Torwartposition
wechseln, müssen
die gleiche Nummer benutzen. Die Farbe der Ziffern muss sich deutlich
von der Farbe und dem Design der Spielkleidung abheben.
4:9
Die Spieler müssen Sportschuhe tragen.Das Tragen von Gegenständen,
welche die Spieler gefährden könnten, ist nicht erlaubt. Dies
umfasst z.B. Kopfschutz, Gesichtsmaske, Armbänder, Armbanduhren,
Ringe, sichtbares Piercing, Halsketten oder Ketten, Ohrschmuck, Brillen
ohne Haltebänder oder mit festen Gestellen sowie alle anderen Gegenstände,
welche eine Gefährdung darstellen könnten (17:3).Flache Ringe,
kleine Ohrringe und Piercing sind erlaubt, wenn sie abgedeckt sind und
andere Spieler nicht gefährden.Das Tragen von Stirnbändern aus
weichem, elastischem Material ist erlaubt.
4:10
Blutet ein Spieler, oder hat ein Spieler Blut am Körper oder an der
Spielkleidung, muss er die Spielfläche umgehend und freiwillig (durch
eine reguläre Auswechselung) verlassen, um die Blutung zu stoppen,
die Wunde abzudecken und Körper und Spielkleidung zu reinigen. Erst
dann darf er die Spielfläche wieder betreten. Ein Spieler, welcher
im Zusammenhang mit dieser Bestimmung den Anweisungen der Schiedsrichter
keine Folge leistet, macht sich unsportlichen Verhaltens schuldig (8:4,
16:1c und 16:3c).
4:11
Im Falle einer Verletzung können die Schiedsrichter zwei teilnahmeberechtigten
Personen dieser Mannschaft die Erlaubnis erteilen, die Spielfläche
bei einem Time-out zu betreten (Handzeichen 16 und 17), um einen verletzten
Spieler ihrer Mannschaft zu versorgen. Wenn eine dritte oder weitere Personen
die Spielfläche betreten, ist dies im Falle von Spielern nach Regel
4:6 und 16:3a und im Falle von Offiziellen nach Regel 4:2, 16:1c, 16:3d
und 16:6a als unberechtigtes Eintreten zu ahnden. Wer die Spielfläche
nach Erlaubnis betritt, aber, anstatt den verletzten Spieler zu versorgen,
Anweisungen an andere Spieler gibt, sich mit Gegnern oder Schiedsrichtern
beschäftigt usw., ist wegen unsportlichen Verhaltens zu bestrafen.
(16:1c, 16:3c- d und 16:6a).
Regel 5: Der Torwart
Es
ist dem Torwart erlaubt:
5:1 bei der Abwehr im Torraum den Ball mit allen Körperteilen zu
berühren.
5:2 sich im Torraum mit dem Ball ungeachtet der für Feldspieler geltenden
Einschränkungen (7:2-4, 7:7) zu bewegen. Er darf jedoch die Ausführung
des Abwurfs nicht verzögern (6:4-5, 12:2 und 15:5b).
5:3 den Torraum ohne Ball zu verlassen und im Spielfeld mitzuspielen.
Er unterliegt in diesem Fall den Spielregeln für die im Feld spielenden
Spieler. Der Torraum gilt als verlassen, sobald der Torwart mit irgendeinem
Körperteil den Boden außerhalb der Torraumlinie berührt.
5:4 den Torraum mit dem nicht unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen
und ihn im Spielfeld weiterzuspielen.
Es
ist dem Torwart nicht erlaubt:
5:5 bei der Abwehr den Gegenspieler zu gefährden (8:2, 8:5).
5:6 den Torraum mit dem unter Kontrolle gebrachten Ball zu verlassen (6:1,
13:1a und 15:7, Absatz 3), wenn der Abwurf angepfiffen war, ansonsten
Wiederholung des Abwurfs (15:7, Absatz 2); beachte jedoch die Vorteilsregel
nach 15:7, wenn der Torwart den Ball verliert, nachdem er den Torraum
mit dem Ball in der Hand verlassen hatte.
5:7 den außerhalb des Torraums am Boden liegenden oder rollenden
Ball zu berühren, solange er sich im Torraum befindet (6:1, 13:1a);
5:8 den außerhalb des Torraums am Boden liegenden oder rollenden
Ball hereinzuholen (6:1,13:1a);
5:9 mit dem Ball vom Spielfeld in den Torraum zurückgehen (6:1,13:1a);
5:10 den sich in Richtung Spielfeld bewegenden oder im Torraum liegenden
Ball mit dem Unterschenkel oder Fuß zu berühren (13:1a).
5:11 bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs die Torwartgrenzlinie (4-m-Linie)
oder deren Verlängerung auf beiden Seiten zu überschreiten,
bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat (14:9).
Kommentar:
Solange der Torwart einen Fuß hinter oder auf der Torwartgrenzlinie
(4-m-Linie) am Boden hat, ist es ihm erlaubt, den anderen Fuß oderirgendein
anderes Körperteil in der Luft über diese Linie hinaus zu bewegen.
Regel 6: Der Torraum
6:1
Der Torraum darf nur vom Torwart betreten werden (siehe jedoch 6:3). Der
Torraum, einschließlich Torraumlinie, ist betreten, wenn er von
einem Feldspieler mit irgendeinem Körperteil berührt wird.
6:2
Beim Betreten des Torraums durch einen Feldspieler ist wie folgt zu entscheiden:
a) Abwurf, wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft mit Ball den Torraum
der gegnerischen Mannschaft berührt. Dasselbe gilt, wenn er nicht
in Ballbesitz ist, aber durch das Betreten des Torraums einen Vorteil
erlangt (12:1);
b) Freiwurf, wenn ein Abwehrspieler seinen Torraum betritt und dadurch
einen Vorteil erlangt, ohne aber eine klare Torchance zu vereiteln (13:1b,
siehe auch Erläuterung 5.c) 7-m-Wurf, wenn ein Abwehrspieler durch
das Betreten des Torraums eine klare Torgelegenheit vereitelt (14:1a).
6:3
Das Betreten des Torraums bleibt ungeahndet:
a) wenn ein Spieler, nachdem er den Ball gespielt hat, den Torraum betritt,
sofern dieses für die Gegenspieler keinen Nachteil bedeutet;
b) wenn ein Spieler ohne Ball den Torraum betritt und sich dadurch keinen
Vorteil verschafft;
6:4
Der Ball ist als "außerhalb des Spiels" anzusehen, wenn
der Torwart ihn im Torraum in den Händen unter Kontrolle hat (12:1).
Der Ball muss dann durch einen Abwurf wieder ins Spiel gebracht werden
(12:2).
6:5
Wenn der Ball im Torraum liegt oder rollt, befindet sich die Mannschaft
des betreffenden Torwarts in Ballbesitz (siehe jedoch 6:7b -d). Der Ball
muss dann durch einen Abwurf wieder ins Spiel gebracht werden (6:4 und
12:1). Bevor der Ball vom Torwart aufgenommen wird, ist er zwar im Spiel
darf aber nicht von einem Feldspieler einer Mannschaft berührt werden.
Tut dies ein Mitspieler des Torwarts, ist auf Freiwurf für die angreifende
Mannschaft zu erkennen (13:1a). Tut es ein Spieler der angreifenden Mannschaft,
muss ein Abwurf erfolgen (12:1). Befindet sich der Ball in der Luft über
dem Torraum, darf er ohne Einschränkung gespielt werden.
6:6
Berührt ein Spieler der abwehrenden Mannschaft bei einem Abwehrversuch
den Ball, der dann vom Torwart gehalten wird oder im Torraum liegen bleibt,
geht das Spiel mit Abwurf weiter (6:4-5).
6:7
Wenn der Ball in den eigenen Torraum gespielt wird ist wie folgt zu entscheiden:
a) Tor, wenn der Ball in das Tor gelangt;
b) Freiwurf, wenn der Ball im Torraum liegen bleibt oder wenn der
Torwart den Ball berührt und dieser nicht in das Tor gelangt (13:1b;
c) Einwurf, wenn der Ball die Torauslinie überquert (11:1);
d) Weiterspielen, wenn der Ball den Torraum durchquert und ins Spielfeld
zurückgelangt, ohne dass ihn der Torwart berührt.
6:8
Ein Ball, der aus dem Torraum in das Spielfeld zurückgelangt, bleibt
im Spiel.
Regel 7: Spielen des Balles
Es
ist erlaubt:
7:1 den Ball unter Benutzung von Händen (offen oder geschlossen),
Armen, Kopf, Rumpf, Oberschenkel und Knien zu werfen, zu fangen, zu stoppen,
zu stoßen oder zu schlagen.
7:2
den Ball maximal 3 Sekunden zu halten, auch wenn dieser auf dem Boden
liegt (13:1a).
7:3
sich mit dem Ball höchstens 3 Schritte zu bewegen (13:1a). Ein Schritt
gilt als ausgeführt:
a) wenn ein mit beiden Füßen auf dem Boden stehender Spieler
einen Fuß abhebt und ihn wieder hinsetzt oder einen Fuß von
einer Stelle zu einer anderen hinbewegt;
b) wenn ein Spieler den Boden mit nur einem Fuß berührt, den
Ball fängt und danach mit dem anderen Fuß den Boden berührt;
c) wenn ein Spieler nach einem Sprung mit nur einem Fuß den Boden
berührt und danach auf demselben einen Sprung ausführt oder
den Boden mit dem anderen Fuß berührt;
d) wenn ein Spieler nach einem Sprung mit beiden Füßen gleichzeitig
den Boden berührt und danach einen Fuß abhebt und ihn wieder
hinsetzt oder einen Fuß von einer Stelle zu einer anderen hinbewegt.
Kommentar:
Wird ein Fuß von einer Stelle zu einer anderen hinbewegt und der
zweite Fuß nachgezogen, gilt das als nur ein Schritt.
7:4
den Ball sowohl am Ort als auch im Laufen:
a) einmal zu tippen und mit einer Hand oder beiden Händen wieder
zu fangen;
b) wiederholt mit einer Hand auf den Boden zu prellen und danach mit einer
Hand oder beiden Händen wieder zu fangen beziehungsweise aufzunehmen.
c) wiederholt mit einer Hand zu rollen und dann wieder mit einer Hand
oder beiden Händen aufzunehmen. Sobald der Ball danach mit einer
Hand oder beiden Händen gefasst wird, muss er innerhalb 3 Sekunden
beziehungsweise nach höchstens 3
Schritten (13:1a) abgespielt werden. Das Prellen oder Tippen des Balles
beginnt dann, wenn der Spieler mit
irgendeinem Körperteil den Ball berührt und Richtung Boden lenkt.
Nachdem der Ball einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat,
ist ein erneutes Tippen oder Prellen und Wiederfangen erlaubt (siehe jedoch
14:6).
7:5
den Ball von einer Hand in die andere zu führen;
7:6
den Ball kniend, sitzend oder liegend weiterzuspielen; dazu gehört,
aus dieser Position einen Wurf auszuführen (z.B. einen Freiwurf),
vorausgesetzt, der Werfer hat bei der Ausführung einen Fuß
am Boden, bis der Ball die Hand verlassen hat (15:1).
Es ist nicht erlaubt:
7:7
den kontrollierten Ball mehr als einmal zu berühren, bevor dieser
inzwischen den Boden, einen anderen Spieler oder das Tor berührt
hat (13:1a). Nicht zu ahnden ist mehrfaches Berühren beim Versuch,
den Ball zu fangen, zu stoppen oder anderweitig unter Kontrolle zu bringen.
7:8
den Ball mit Fuß oder Unterschenkel zu berühren, es sei denn,
der Spieler wurde von einem Gegenspieler angeworfen (13:1a-b).
7:9
Berührt der Ball einen Schiedsrichter auf der Spielfläche wird
weitergespielt.
7:10
Wenn sich ein ballbesitzender Spieler mit dem Fuß oder beiden Füßen
außerhalb der Spielfläche bewegt (während der Ball sich
noch innerhalb befindet), z.B. um einen Abwehrspieler zu umlaufen, ist
auf Freiwurf für die andere Mannschaft zu entscheiden (13:1a). Verlässt
ein Spieler der ballbesitzenden Mannschaft die Spielfläche ohne Ball,
haben die Schiedsrichter ihn aufzufordern, auf die Spielfläche zurückzukehren.
Tut er das nicht oder wiederholt sich das Vorkommnis bei derselben Mannschaft,
ist ohne vorherige Aufforderung auf Freiwurf für die andere Mannschaft
zu entscheiden (13:1a). Derartige Vergehen führen nicht zu persönlichen
Strafen gemäß Regel 8 und 16.
Passives
Spiel
7:11 Es ist nicht erlaubt, den Ball in Besitzt zu halten ohne erkennbaren
Versuch, anzugreifen oder ein Tor zu erzielen. Ebenso ist es nicht erlaubt,
wiederholt die Ausführung eines Anwurfs, Freiwurfs, Einwurfs oder
Abwurfs der eigenen Mannschaft zu verzögern (siehe Erläuterung
4). Dies ist als passives Spiel anzusehen, welches mit einem Freiwurf
geahndet wird, sofern die passive Tendenz nicht aufgegeben wird (13:1a).
Der Freiwurf ist an der Stelle auszuführen, an der sich der Ball
bei der
Unterbrechung befand.
7:12
Wird eine mögliche Tendenz zum passiven Spiel erkennbar, wird das
Warnzeichen (Handzeichen Nr. 18) gezeigt. Dies gibt der ballbesitzenden
Mannschaft die Gelegenheit, die Angriffsweise umzustellen, um den Ballverlust
zu vermeiden. Falls sich die Angriffsweise nach dem Anzeigen des Warnzeichens
nicht ändert, oder kein Torwurf ausgeführt wird, wird ein Freiwurf
gegen die ball besitzende Mannschaft gegeben (siehe Erläuterung 4).
In besonderen Situationen (z.B. bewusstes Auslassen einer klaren Torgelegenheit)
können die Schiedsrichter auch ohne vorheriges Warnzeichen auf Freiwurf
gegen die ballbesitzende Mannschaft entscheiden.
Regel 8: Regelwidrigkeiten und Vergehen
Es
ist erlaubt:
8:1 a) Arme und Hände zu benutzen, um den Ball zu blocken oder in
Ballbesitz zu gelangen;
b) dem Gegenspieler mit einer offenen Hand den Ball aus jeder Richtung
wegzuspielen;
c) den Gegenspieler mit dem Körper zu sperren, auch wenn er nicht
in Ballbesitz ist;
d) von vorne, mit angewinkelten Armen Körperkontakt zum Gegenspieler
aufzunehmen, ihn auf diese Weise zu kontrollieren und zu begleiten.
Es
ist nicht erlaubt:
8:2 a) dem Gegenspieler den Ball aus den Händen zu entreißen
oder ihn herauszuschlagen;
b) den Gegenspieler mit Armen, Händen oder Beinen zu sperren oder
ihn wegzudrängen;
c) den Gegenspieler (am Körper oder an der Spielkleidung) zu klammern,
festzuhalten, zu stoßen, ihn anzurennen oder anzuspringen;
d) den Gegenspieler mit oder ohne Ball regelwidrig zu stören, zu
behindern oder zu gefährden.
8:3
Regelwidrigkeiten gegen 8:2 können im Kampf um den Ball vorkommen;
Vergehen, bei denen sich die Aktion überwiegend oder gar ausschließlich
gegen den Gegenspieler statt gegen den Ball richtet, sind progressiv zu
bestrafen. Das bedeutet, dass zusätzlich zu einem Freiwurf oder 7-m-Wurf
eine persönliche Strafe auszusprechen ist und zwar beginnend mit
einer Verwarnung, aber im Spielverlauf mit einer Tendenz zu strengerer
Bestrafung wie Hinausstellung (16:3b) und Disqualifikation (16:6f). Unsportliches
Verhalten ist ebenfalls progressiv mit Verwarnungen und Hinausstellungen
zu bestrafen (16:1c, 16:3c, und 16:6f). Wie im Kommentar zur Regel 16:3
erläutert, haben die Schiedsrichter das Recht, bei besonderen Vergehen
unmittelbar eine Hinausstellung auszusprechen, unabhängig davon,
ob der Spieler zuvor eine Verwarnung erhalten hatte.
8:4
Körperliche und verbale Ausdrucksformen, die nicht mit dem Geiste
der Sportlichkeit vereinbar sind, gelten als unsportliches Verhalten (Beispiele:
siehe Erläuterung 5). Dies gilt sowohl für Spieler als auch
Mannschaftsoffizielle auf der Spielfläche wie außerhalb. Auch
im Falle unsportlichen Verhaltens ist progressiv zu bestrafen (16:1c,
16:3c-d und 16:6a).
8:5
Ein Spieler, der den Gegenspieler gesundheitsgefährdend angreift,
ist zu disqualifizieren (16:6b), insbesondere, wenn er:
a) einem in einer Wurfaktion befindlichen Spieler von der Seite oder von
hinten auf den Wurfarm schlägt oder den Wurfarm zurückreißt;
b) eine Aktion so ausführt, dass der Gegenspieler an Kopf oder Hals
getroffen wird;
c) mit Fuß, Knie oder in anderer Weise den Gegenspieler absichtlich
am Körper trifft; dazu gehört auch Beinsteilen;
d) einen im Lauf oder im Sprung befindlichen Gegenspieler stößt
oder so angreift, dass dieser dadurch die Körperkontrolle verliert.
Dies gilt auch, wenn ein Torwart seinen Torraum bei einem Gegenstoß
der gegnerischen Mannschaft verlässt;
e) einen Abwehrspieler bei einem als Direktwurf aufs Tor ausgeführten
Freiwurf am Kopf trifft, unter der Voraussetzung, dass dieser sich nicht
bewegte, oder gleichfalls den Torwart mit einem 7-m-Wurf am Kopf trifft,
unter der Voraussetzung, dass der Torwart sich nicht bewegte.
Kommentar:
Auch kleine Vergehen mit geringem Körperkontakt können sehr
gefährlich sein und zu schweren Verletzungen führen, falls die
Regelwidrigkeit in dem Moment erfolgt, wenn sich der Spieler im Sprung
in der Luft befindet und schutz- und arglos ist.
Die Gefährdung des Spielers und nicht die Intensität des Körperkontaktes
ist maßgebend für die Beurteilung, ob in dieser
Situation eine Disqualifikation geboten ist.
8:6
Grob unsportliches Verhalten durch einen Spieler oder einen Mannschaftsoffiziellen,
auf der Spielfläche oder außerhalb (Beispiele siehe Erläuterung
6), ist mit Disqualifikation zu ahnden (16:6c).
8:7
Bei einer "Tätlichkeit" während der Spielzeit ist
der fehlbare Spieler auszuschließen (16:9-11). Eine Tätlichkeit
außerhalb der Spielzeit (16:13) führt zu einer Disqualifikation
(16:6d; 16:14b). Ein Mannschaftsoffizieller, der sich eine Tätlichkeit
zuschulden kommen lässt, wird disqualifiziert (16:6e).
Kommentar:
Eine Tätlichkeit ist im Sinne dieser Regel ein besonders starker
und absichtlicher Angriff auf den Körper einer anderen Person (Spieler,
Schiedsrichter, Zeitnehmer/Sekretär, Mannschaftsoffizieller, Delegierter,
Zuschauer, usw.) definiert, also nicht nur eine Reflexhandlung oder das
Ergebnis unachtsamer und übertriebener Methoden beim Abwehrversuch.
Anspucken ist, sofern das Opfer getroffen wird, eindeutig eine Tätlichkeit.
8:8
Verstöße gegen Regeln 8:2-7 führen zu einem 7-m-Wurf für
die gegnerische Mannschaft (14:1), wenn der Verstoß direkt - oder
indirekt wegen der dadurch verursachten Unterbrechung - eine klare Torgelegenheit
für die gegnerische Mannschaft vereitelt. Ansonsten führt die
Regelwidrigkeit zu einem Freiwurf für die gegnerische Mannschaft
(13:1a-b, 13:2-3).
Regel 9: Der Torgewinn
9:1
Ein Tor ist erzielt, wenn der Ball die Torlinie vollständig überquert
hat (Abb. 4), sofern vor dem oder beim Wurf der Werfer, seine Mitspieler
oder Offizielle sich nicht regelwidrig verhalten haben. Der Torschiedsrichter
bestätigt durch zwei kurze Pfiffe und Handzeichen 12, dass ein Tor
erzielt ist. Gelangt der Ball ins Tor, obwohl ein Spieler der abwehrenden
Mannschaft eine Regelwidrigkeit begangen hat, ist auf Tor zu erkennen.
Hat ein Schiedsrichter oder der Zeitnehmer das Spiel unterbrochen,
bevor der Ball die Torlinie vollständig überquert hat, darf
nicht auf Tor entschieden werden. Spielt ein Spieler den Ball in das eigene
Tor, führt dies zum Torgewinn für die gegnerische Mannschaft,
ausgenommen, der Torwart führt einen Abwurf aus (12:2, Absatz 2).
Kommentar:
Wird dem Ball der Weg ins Tor durch eine nicht am Spiel beteiligten Sache
oder Person (Zuschauer etc.) erfolgreich verwehrt, muss auf Tor entschieden
werden, wenn die Schiedsrichter der überzeugung sind, dass der Ball
ansonsten ins Tor gelangt wäre.
9:2
Wenn auf Tor entschieden wurde und der Schiedsrichter den Anwurf angepfiffen
hat, kann das Tor nicht mehr annulliert werden (siehe jedoch 2:9 Kommentar.
Ertönt direkt nach einem Torerfolg und vor der Anwurfausführung
das Schlusssignal (Halbzeit oder Spielende), so müssen die Schiedsrichter
(ohne Anwurf) deutlich anzeigen, dass sie auf
Tor entschieden haben.
Kommentar:
Ein von den Schiedsrichtern anerkanntes Tor sollte sofort auf der Anzeigetafel
angezeigt werden.
9:3
Die Mannschaft, die mehr Tore erzielt hat als die gegnerische Mannschaft,
ist Sieger. Haben beide Mannschaften die gleiche Anzahl Tore oder kein
Tor erzielt, ist das Spiel unentschieden (2:2).
Regel 10: Der Anwurf
10:1
Anwurf hat bei Spielbeginn die Mannschaft, die beim Losen gewonnen und
den Ballbesitz gewählt hat. Die andere Mannschaft hat das Recht,
die Seite zu wählen. Wählt hingegen die Mannschaft, die beim
Losen gewonnen hat, die Seite, hat die andere Mannschaft Anwurf. Vor Beginn
der 2. Halbzeit wechseln die Mannschaften die Seiten. Der Anwurf wird
von der Mannschaft ausgeführt, welche bei Spiel beginn keinen Anwurf
hatte. Vor jeder Verlängerung wird neu gelost, wobei alle Bestimmungen
der Regel 10:1 gelten.
10:2
Nach einem Tor wird das Spiel mit einem Anwurf von der Mannschaft, gegen
die das Tor erzielt worden ist, wiederaufgenommen (ausgenommen 9:2, Absatz
2).
10:3
Der Anwurf ist innerhalb drei Sekunden nach Anpfiff (13:1a) von der Mitte
der Spielfläche aus (mit 1,5 m Toleranz nach beiden Seiten) in beliebiger
Richtung auszuführen (13:1a, 15:7, Absatz 3). Der Anwurfausführende
muss mindestens mit einem Fuß die Mittellinie berühren, der
andere Fuß darf die Mittellinie nicht überschreiten (15:6)
und der Werfer darf den Ausführungsort nicht verlassen, bis der Ball
gespielt ist (13:1a, 15:7, Absatz 3; siehe auch Erläuterung 7). Die
Mitspieler des Werfers dürfen die Mittellinie nicht vor dem Anpfiff
überqueren (15:6).
10:4
Beim Anwurf zu Beginn jeder Halbzeit (und eventueller Verlängerungen)
müssen sich alle Spieler in der eigenen Hälfte der Spielfläche
befinden. Beim Anwurf nach einem Tor können sich die Gegenspieler
des Werfers jedoch in beiden Hälften der Spielfläche aufhalten.
In beiden Fällen dürfen die Gegenspieler jedoch nicht näher
als 3 m an den Anwurfausführenden herantreten (15:4, 15:9, Erläuterung
5:2b).
Regel 11: Der Einwurf
11:1
Auf Einwurf wird entschieden, wenn der Ball die Seitenlinie vollständig
überquert hat oder wenn ein Feldspieler der abwehrenden Mannschaft
den Ball zuletzt berührt hat, bevor dieser die Torauslinie seiner
Mannschaft überquert hat.
Wenn der Ball die Decke oder über der Spielfläche befestigte
Vorrichtungen berührt, ist ebenfalls auf Einwurf zu entscheiden.
11:2
Der Einwurf wird ohne Pfiff der Schiedsrichter (ausgenommen 15:5b) von
der Mannschaft ausgeführt, deren Spieler den Ball vor dem überqueren
der Linie oder Berühren der Decke oder einer über Spielfläche
befestigten Vorrichtung nicht zuletzt berührt hatten.
11:3
Der Einwurf ist an der Stelle auszuführen, an welcher der Ball die
Seitenlinie überquert hat oder, hat er die Torauslinie überquert,
am Treffpunkt von Seiten- und Torauslinie auf der Seite des Tores, auf
der er die Torauslinie überquerte.
Wenn der Ball die Decke oder eine über der Spielfläche befestigte
Vorrichtung berührt hat, ist der Einwurf an der dem Ort der Berührung
nächstgelegenen Stelle auszuführen.
11:4
Der Werfer muss mit einem Fuß in korrekter Stellung auf der Seitenlinie
stehen, bis der Ball seine Hand verlassen hat. Die Stellung des anderen
Fußes ist beliebig (13:1a, 15:6, 15:7, Absatz 2 und 3).
11:5
Die Spieler der anderen Mannschaft dürfen bei der Ausführung
des Einwurfs nicht näher als 3 m an den Werfer herantreten. Dies
gilt nicht, sofern sie unmittelbar an ihrer Torraumlinie stehen.
Regel 12: Der Abwurf
12:1
Auf Abwurf wird entschieden, wenn (I) ein Spieler der anderen Mannschaft
den Torraum gemäß Regel 6:2 betritt; (II) der Torwart den Ball
im Torraum unter Kontrolle gebracht hat (Regel 6:4-5); (III) ein Spieler
der anderen Mannschaft den im Torraum rollenden oder liegenden Ball berührt
(6:5) oder (IV) der Ball über die Torauslinie gelangt, nachdem er
zuletzt vom Torwart oder einem Spieler der anderen Mannschaft berührt
wurde. Das bedeutet, dass in den genannten Situationen der Ball nicht
im Spiel ist und dass das Spiel mit einem Abwurf wieder aufgenommen wird
(13:3), auch wenn nach der Entscheidung auf Abwurf oder bevor dieser ausgeführt
wurde, ein Fehlverhalten festgestellt wird. Wenn eine Regelwidrigkeit
von der Mannschaft des Torwarts vor der Ausführung des Abwurfs begangen
wird, ist das Spiel trotzdem mit Abwurf wiederaufzunehmen (analog 13:3).
12:2
Der Abwurf wird vom Torwart ohne Pfiff vom Schiedsrichter (ausgenommen
15:5b) aus dem Torraum über die Torraumlinie
ausgeführt. Der Abwurf gilt als ausgeführt, wenn der vom Torwart
gespielte Ball vollständig die Torraumlinie überquert hat. Die
Spieler der anderen Mannschaft dürfen sich zwar an der Torraumlinie
aufhalten, dürfen aber den Ball erst berühren, wenn dieser die
Torraumlinie vollständig überquert hat (15:4, 15:9, Erläuterung
5:2b).
Regel 13: Der Freiwurf Freiwurf-Entscheidung
13:1
Grundsätzlich unterbrechen die Schiedsrichter das Spiel und lassen
es durch einen Freiwurf für die andere Mannschaft wiederaufnehmen,
wenn:
a) die ballbesitzende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die zu einem
Verlust des Ballbesitzes führen muss (4:2 bis 3, 4:5 bis 6, 5:6 bis
10, 6:5, 6:7b, 7:2 bis 7:4, 7:7 bis 8, 7:10 bis 11, 8:8, 10:3, 11:4, 13:7,
14:4 bis 7 und 15:7 Absatz 3 und 15:8).
b) die abwehrende Mannschaft eine Regelwidrigkeit begeht, die dazu führt,
dass die ballbesitzende Mannschaft den Ball verliert (4:2 bis 3, 4:5 bis
6, 5:5, 6:2b, 6:7b, 7:8, 8:8).
13:2
Die Schiedsrichter sollten eine Kontinuität im Spiel zulassen, indem
sie eine vorschnelle Unterbrechung des Spiels durch eine Freiwurf-Entscheidung
vermeiden. Dies bedeutet, dass die Schiedsrichter gemäß Regel
13:1a keinen Freiwurf geben sollten, wenn die abwehrende Mannschaft unmittelbar
nach dem von der angreifenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit in
Ballbesitz kommt. Gleichfalls sollten die Schiedsrichter gemäß
Regel 13:1b erst dann eingreifen, wenn klar ist, dass die angreifende
Mannschaft wegen der von der abwehrenden Mannschaft begangenen Regelwidrigkeit
den Ballbesitz verloren hat oder nicht in der Lage ist, den Angriff fortzusetzen.
Wenn eine persönliche Ahndung wegen einer Regelwidrigkeit zu geben
ist, können die Schiedsrichter das Spiel umgehend unterbrechen, wenn
dies für die Mannschaft, die den Regelverstoß nicht begangen
hat, keine Benachteiligung ergibt. Ansonsten sollte die Bestrafung bis
zum Ablauf der vorliegenden Spielhandlung aufgeschoben werden. Regel 13:2
gilt nicht im Falle von Verstößen gegen die Regeln 4:2 bis
3 oder 4:5 bis 6, bei denen das Spiel sofort durch ein Signal des Zeitnehmers
unterbrochen werden muss.
13:3
Wenn eine Regelwidrigkeit erfolgt, die gemäß Regel 13:1a bis
b normalerweise zu einem Freiwurf führt, wenn der Ball nicht im Spiel
ist, wird das Spiel mit dem Wurf wiederaufgenommen, der dem Grund für
die gegebene Unterbrechung entspricht.
13:4
Zusätzlich zu den Situationen gemäß Regel 13:1a bis b
wird in bestimmten Fällen, in denen das Spiel ohne Regelverstoß
einer Mannschaft unterbrochen wurde (d.h. wenn der Ball im Spiel ist),
ein Freiwurf zur Wiederaufnahme des Spiels gegeben:
a) wenn eine Mannschaft zum Zeitpunkt der Unterbrechung in Ballbesitz
ist, behält sie den Ballbesitz;
b) wenn keine der Mannschaften in Ballbesitz ist, erhält die Mannschaft,
die zuletzt in Ballbesitz war, erneut den Ballbesitz;
Die "Vorteilsregel" gemäß Regel 13:2 gilt nicht in
den in Regel 13:4 aufgeführten Situationen.
13:5
Wenn eine Freiwurf-Entscheidung gegen die Mannschaft gegeben wird, die
beim Pfiff des Schiedsrichters in Ballbesitz ist, muss der Spieler, der
den Ball zu diesem Zeitpunkt hat, diesen umgehend an der Stelle auf den
Boden fallen lassen oder niederlegen, wo er sich befindet (16:3e). Freiwurf-Ausführung
13:6
Der Freiwurf wird normalerweise ohne Anpfiff des Schiedsrichters (ausgenommen
15:5b) grundsätzlich an der Stelle ausgeführt, an der die Regelwidrigkeit
begangen wurde. Ausnahmen von diesem Grundsatz: In den unter 13:4a bis
b beschriebenen Situationen wird der Freiwurf nach dem Anpfiff grundsätzlich
an der Stelle ausgeführt, an der sich der Ball zum Zeitpunkt der
Unterbrechung befand. Wenn ein Schiedsrichter oder Technischer Delegierter
(der IHF oder eines kontinentalen/nationalen Verbandes) das Spiel wegen
eines Regelverstoßes durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen
der abwehrenden Mannschaft unterbricht und eine Ermahnung oder eine persönliche
Strafe ausspricht, sollte der Freiwurf an der Stelle ausgeführt werden,
an welcher der Ball sich bei der Spielunterbrechung befand, sofern für
die ausführende Mannschaft eine günstigere Stelle ist als die,
an der die Regelwidrigkeit begangen wurde. Dasselbe gilt, wenn der Zeitnehmer
das Spiel wegen Regelwidrigkeiten gemäß 4:2 bis 3 oder 4:5
bis 6 unterbricht. Wie in Regel 7:11 vorgegeben, werden wegen passiven
Spiels gegebene Freiwürfe an der Stelle ausgeführt, an der sich
der Ball bei Spielunterbrechung befand. Ungeachtet vorstehend festgelegter
grundsätzlicher Bestimmiungen darf ein Freiwurf niemals im eigenen
Torraum oder zwischen Freiwurf- und Torraumlinie der gegnerischen Mannschaft
ausgeführt werden. Müsste er nach den vorstehenden Absätzen
eigentlich dort ausgeführt werden, so ist Ausführungsort die
nächstgelegene Stelle außerhalb des eigenen Torraums bzw. der
Freiwurflinie der gegnerischen Mannschaft.
Kommentar:
Wie tolerant die Schiedsrichter bei der Frage des Ausführungsorts
für einen Freiwurf sein sollten, hängt von der Entfernung zum
Tor der nicht ausführenden Mannschaft ab. An deren Freiwurflinie
muss die Ausführung grundsätzlich genau an der Stelle des geahndeten
Regelverstoßes erfolgen. Je weiter aber der Ort des Regelverstoßes
von der Freiwurflinie der abwehrenden Mannschaft entfernt ist, desto toleranter
sollten die Schiedsrichter sein, was den Ausführungsort angeht. Erfolgte
der Regelverstoß am Torraum der ausführenden Mannschaft, sollte
ein bis zu 3 Meter entfernter Ausführungsort des Freiwurfs toleriert
werden. Die beschriebene Toleranz gilt nicht im Anschluss an einen Verstoß
gegen Regel 13:5, wenn dieses Vergehen die Voraussetzungen der Erläuterung
5:3a erfüllt. In solchen Fällen hat die Ausführung also
stets genau an der Stelle zu erfolgen, an der die Regelwidrigkeit begangen
wurde.
13:7
Spieler der werfenden Mannschaft dürfen die Freiwurflinie nicht berühren
oder überschreiten, bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen
hat; siehe auch die besonderen Einschränkungen nach Regel 2:5. Befinden
sich Angriffsspieler vor Ausführung des Freiwurfs zwischen Torraum-
und Freiwurflinie, müssen die Schiedsrichter dies monieren, falls
es Einfluss auf das Spiel hat (15:3, 15:6). Der Freiwurf wird dann angepfiffen
(15:5b). Dasselbe gilt, wenn Spieler der angreifenden Mannschaft diese
Zone betreten, bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat und der
Wurf nicht angepfiffen worden war (15:7, Absatz 2). Berühren oder
überschreiten Spieler der angreifenden Mannschaft nach Anpfiff einesm
Freiwurfs die Freiwurflinie, bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen
hat, ist auf Freiwurf für die abwehrende Mannschaft zu erkennen (15:7,
Absatz 3; 13:1a).
13:8
Bei der Ausführung eines Freiwurfs muss die Abwehr mindestens 3 Meter
vom Werfer entfernt stehen. Dies gilt nicht, sofern die Abwehrspieler
unmittelbar an ihrer Torraumlinie stehen. Zu frühes Eingreifen bei
der Wurfausführung ist entsprechend 15:9 und Erläuterung 5:2b
zu ahnden.
Regel 14: Der 7-m-Wurf
14:1
Auf 7-m-Wurf wird entschieden bei:
a) regelwidrigem Vereiteln einer klaren Torgelegenheit auf der gesamten
Spielfläche durch einen Spieler oder Mannschaftsoffiziellen der gegnerischen
Mannschaft;
b) unberechtigtem Pfiff während einer klaren Torgelegenheit;
c) Vereiteln einer klaren Torgelegenheit durch das Eingreifen einer nicht
am Spiel beteiligten Person, z.B. durch das Betreten der Spielfläche
durch einen Zuschauer oder einen Pfiff aus dem Zuschauerbereich, der den
Spieler stoppt (Ausnahme: siehe den Kommentar zu Regel 9:1). Bei "höherer
Gewalt" wie Stromausfall ist diese Regel analog anzuwenden, wenn
das Spiel im Moment einer klaren Torgelegenheit unterbrochen wird. Für
die Definition einer "klaren Torgelegenheit" siehe Erläuterung
8.
14:2
Wenn ein Spieler der angreifenden Mannschaft trotz einer Regelwidrigkeit
(14:1a) unter voller Ball- und Körperkontrolle bleibt, darf nicht
auf 7-m-Wurf entschieden werden, auch wenn der Spieler danach die klare
Torgelegenheit vergibt. In allen Situation, in denen möglicherweise
auf 7-m-Wurf entschieden wird, sollten die Schiedsrichter erst dann eingreifen,
wenn sie sicher sind, dass diese Entscheidung tatsächlich angezeigt
ist. Wenn der Angriffsspieler trotz regelwidrigen Eingreifens der Abwehrspieler
zum Torwurf ein Tor erzielt, darf nicht auf 7-m-Wurf entschieden werden.
Ist hingegen klar erkennbar, dass der Spieler tatsächlich auf Grund
der Regelwidrigkeit die Ball- oder Körperkontrolle verloren hat und
die klare Torgelegenheit somit nicht mehr besteht, ist auf 7-m-Wurf zu
entscheiden.
14:3
Wenn auf 7-m-Wurf entschieden wurde, sollte nur bei erkennbarer Verzögerung
(z.B. Wechsel des Torwartes oder des Werfers) Time-out gegeben werden.
Die Entscheidung, Time-out zu geben, sollte den Kriterien der Erläuterung
2 genügen.
Ausführung des 7-m-Wurfs
14:4
Der 7-m-Wurf ist nach Pfiff des Feldschiedsrichters innerhalb 3 Sekunden
als Torwurf auszuführen (13:1a, 15:7, Absatz 3).
14:5
Der Werfer darf bei der Ausführung des 7-m-Wurfes bis zu einem Meter
hinter der Linie stehen (15:1, 15:6). Nach dem Anpfiff darf der Werfer
die 7-m-Linie weder berühren noch überschreiten, bevor der Ball
seine Hand verlassen hat (13:1a, 15:7, Absatz 3).
14:6
Nach Ausführung des 7-m-Wurfs darf der Ball erst dann wieder vom
Werfer oder einem seiner Mitspieler gespielt werden, wenn er einen gegnerischen
Spieler oder das Tor berührt hat (13:1a, 15:7, Absatz 3).
14:7
Bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs müssen sich die Mitspieler
des Werfers außerhalb der Freiwurflinie befinden, bis der Ball die
Hand des Werfers verlassen hat. (15:3; 15:6). Ansonsten ist auf Freiwurf
gegen die Mannschaft, die den 7-m-Wurf ausführt, zu entscheiden (13:1a,
15:7, Absatz 3).
14:8
Bei der Ausführung eines 7-m-Wurfs müssen sich die Spieler der
gegnerischen Mannschaft außerhalb der Freiwurflinie befinden und
mindestens 3 m von der 7-m-Linie entfernt sein, bis der Ball die Hand
des Werfers verlassen hat. Ansonsten ist der 7-m-Wurf zu wiederholen,
wenn der Ball nicht in das Tor gelangt; eine persönliche Bestrafung
erfolgt jedoch nicht.
14:9
überschreitet der Torwart die Torwartgrenzlinie, d.h. die 4-mLinie
(1:7,5:11), bevor der Ball die Hand des Werfers verlassen hat, ist der
7- m-Wurf zu wiederholen, sofern kein Tor erzielt wird; eine persönliche
Bestrafung des Torwarts erfolgt jedoch nicht.
14:10
Es ist nicht erlaubt, einen Torwartwechsel vorzunehmen, sobald sich der
Werfer mit dem Ball in der Hand in korrekter Wurfposition befindet und
bereit ist, den 7-m-Wurf auszuführen. Jeder Versuch, in dieser Situation
eine Auswechselung vorzunehmen, ist als unsportliches Verhalten zu bestrafen
(8:4; 16:1c; 16:3c).
Regel 15: Ausführung der Würfe
15:1
Vor der Ausführung eines Wurfs muss der Werfer die richtige Position
eingenommen haben. Der Ball muss sich in der Hand des Werfers befinden
(15:6). Außer bei der Ausführung eines Abwurfs muss der Werfer
bei der Wurfausführung mit einem Teil eines Fußes ununterbrochen
den Boden berühren bis der Ball die Hand verlassen hat. Der andere
Fuß darf wiederholt vom Boden abgehoben und wieder hingesetzt werden
(siehe auch 7:6). Der Werfer muss diese Stellung einnehmen, bis der Wurf
ausgeführt ist (15:7, Absatz 2 und 3).
15:2
Ein Wurf ist ausgeführt, wenn der Ball die Hand des Werfers verlassen
hat (siehe jedoch 12:2). Der Werfer darf den Ball erst wieder berühren,
nachdem dieser einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat (15:7,
15:8, siehe auch weitere Beschränkungen gemäß 14:6). Alle
Würfe können unmittelbar zu einem Tor führen (ausgenommen
beim Abwurf, bei dem kein Eigentor möglich ist).
15:3
Alle Spieler müssen die für den jeweiligen Wurf vorgeschriebenen
Positionen eingenommen haben (15:6). Mit ausnahme der
Bestimmungen für den Anwurf (10:3 Absatz 2) müssen die Spieler
auf ihren korrekten Positionen bleiben, bis der Ball die Hand des Werfers
verlassen hat. Der Ball darf während der Ausführung weder von
einem Mitspieler berührt noch diesem übergeben werden (15:7,
Absatz 2 und 3).
15:4
Die Abwehrspieler müssen auf den vorgeschriebenen Positionen bleiben,
bis der Ball die Hand des Werfers verlassen hat (15:9). Eine regelwidrige
Position von Abwehrspielern bei der Ausführung eines An-, Ein- oder
Freiwurfs darf von den Schiedsrichtern nicht korrigiert werden, wenn eine
sofortige Wurfausführung für die ausführende Mannschaft
von Vorteil ist. Entsteht ein Nachteil, ist die Aufstellung zu korrigieren.
15:5
Das Spiel muss vom Schiedsrichter wieder angepfiffen werden:
a) immer bei Anwurf (10:3) oder 7-m-Wurf(14:4).
b) im Falle eines Einwurfs, Abwurfs oder Freiwurfs:
· bei Wiederaufnahme nach einem Time-out
· bei Wiederaufnahme mit einem Freiwurf entsprechend Regel 13:4
· bei Verzögerung der Wurfausführung
· nach einer Korrektur der Spielerpositionen
· nach einer Ermahnung oder Verwarnung.
In allen anderen Situationen ist es dem Schiedsrichter vorbehalten, zu
entscheiden, ob ein Pfiff zur Spielfortsetzung notwendig ist. Grundsätzlich
sollen die Schiedsrichter das Spiel nicht anpfeifen, bevor die Spieler
ihre Aufstellung entsprechend 15:1, 15:3 und 15:5 eingenommen haben (siehe
jedoch 13:7, Absatz 2 und 15:4, Absatz 2). Pfeift der Schiedsrichter den
Wurf trotz falscher Aufstellung der Spieler an, so sind diese Spieler
voll aktionsfähig. Nach dem Anpfiff eines Wurfes muss der Werfer
den Ball innerhalb von drei Sekunden spielen.
15:6
Regelwidrigkeiten des Werfers oder seiner Mitspieler vor der Wurfausführung,
z.B. falsche Aufstellung oder Berühren des Balles durch einen Mitspieler,
sind zu korrigieren (siehe auch 13:7, Absatz 2).
15:7
Die Konsequenzen von Fehlern des Werfers oder seiner Mitspieler (15:1
bis 3) sind davon abhängig, ob die Ausführung des Wurfs angepfiffen
war oder nicht. Bei einer Wurfausführung ohne Anpfiff sind grundsätzlich
alle Fehler zu korrigieren; anschließend ist der Wurf zur Spielfortsetzung
anzupfeifen. Allerdings ist der Vorteilsgedanke nach 13:2 zu beachten.
Falls die Mannschaft unmittelbar nach einer falschen Aufstellung den Ball
verliert, gilt der Wurf als ausgeführt, das Spiel läuft weiter.
Bei einer Wurfausführung mit Anpfiff sind grundsätzlich ebenfalls
alle Regelwidrigkeiten zu ahnden, z.B. wenn der Werfer springt, den Ball
länger als 3 Sekunden hält oder seine korrekte Position verlässt,
bevor der Ball gespielt ist.
Dies gilt auch, wenn die Mitspieler nach dem Anpfiff, aber bevor der Ball
die Hand verlassen hat, eine unkorrekte Position einnehmen (ausgenommen
10:3, Absatz 2). In diesen Fällen gilt der Wurf als ausgeführt
und die andere Mannschaft erhält einen Freiwurf (13:1a) am Ort des
Vergehens (siehe auch 2:6). Entsprechend 13:2 ist Vorteil zu gewähren,
also nicht einzugreifen, falls die Mannschaft des Werfers den Ball unmittelbar
nach der Regelwidrigkeit verliert.
15:8
Grundsätzlich ist jede Regelwidrigkeit in Verbindung mit der Ausführung
eines angepfiffenen Wurfs sofort zu ahnden. Gemeint sind Regelwidrigkeiten
nach 15:2, Absatz 2, z.B. der Werfer berührt den Ball ein zweites
Mal, bevor dieser einen anderen Spieler oder das Tor berührt hat,
er prellt ihn oder legt ihn auf den Boden und nimmt ihn wieder auf (13:1a,
siehe jedoch 15:7, Absatz 3).
15:9
Abwehrspieler, die die Wurfausführung stören, indem sie z.B.
eine nicht korrekte Position einnehmen oder diese vor der Wurfausführung
verlassen, sind mit Ausnahme der Fälle der Regeln 14:8, 14:9, 15:4,
Absatz 2 und 15:5, Absatz 3 zu bestrafen. Dabei ist es ohne Belang, ob
der Wurf anzupfeifen war oder nicht (Erläuterung 5:2b, 16:1c und
16:3c). Ein Wurf, dessen Ausführung durch eine Regelwidrigkeit der
anderen Mannschaft gestört wird, ist grundsätzlich zu wiederholen.
Regel 16: Die Strafen
16:1
Eine Verwarnung kann gegeben werden bei:
a) Fouls und ähnlichen Regelwidrigkeiten im Verhalten zum Gegenspieler
(5:5; 8:2), die entsprechend Regel 8:3 nicht in die Kategorie der "progressiven
Bestrafung" fallen. Eine Verwarnung ist zu geben bei:
b) progressiv zu bestrafenden Regelwidrigkeiten (8:3);
c) unsportlichem Verhalten eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen
(8:4, Erläuterung 5:1-2).
Kommentar:
Ein Spieler sollte nicht mehr als eine Verwarnung und eine Mannschaft
insgesamt nicht mehr als drei Verwarnungen erhalten; die folgende Strafe
muss mindestens eine Hinausstellung sein. Ein bereits hinausgestellter
Spieler sollte nicht mehr verwarnt werden. Gegen die Offiziellen einer
Mannschaft sollte insgesamt nur eine Verwarnung ausgesprochen werden.
16:2
Die Verwarnung ist dem fehlbaren Spieler oder Offiziellen und dem Zeitnehmer/Sekretär
vom Schiedsrichter durch Hochhalten der Gelben Karte anzuzeigen (Handzeichen
Nr. 13; die "Gelbe Karte" sollte ein Format von etwa 9x12 cm
haben).
Hinausstellung
16:3
Eine Hinausstellung ist zu geben bei:
a) Wechselfehlern oder Betreten der Spielfläche durch einen zusätzlichen
Spieler oder wenn ein Spieler vom Auswechselraum aus in das Spiel eingreift(4:5
bis 6);
b) wiederholten, progressiv zu bestrafenden Regelwidrigkeiten (8:3, 16:1
Kommentar);
c) wiederholtem unsportlichen Verhalten eines Spielers auf der Spielfläche
oder außerhalb (8:4, 16:1 Kommentar);
d) unsportlichem Verhalten eines der Mannschaftsoffiziellen, nachdem einer
von ihnen zuvor bereits eine Verwarnung erhalten hatte (16:1c, 8:4, 16:1
Kommentar);
e) unsportlichem Verhalten, das in jedem Fall eine Hinausstellung rechtfertigt
(8:4, Erläuterung 5:3, 16:3 Kommentar);
f) Disqualifikation eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen während
der Spielzeit (16:8, Absatz 2, siehe jedoch 16:14b;
g) unsportlichem Verhalten eines Spielers, der gerade hinausgestellt wurde,
vor Wiederaufnahme des Spiels (16:12a);
Kommentar:
Ungeachtet der Absätze b) bis d), die eine Hinausstellung erst wegen
wiederholter Regelwidrigkeit oder wiederholtem unsportlichen Verhalten
vorsehen, gibt Absatz e) den Schiedsrichtern ausdrücklich das Recht,
wegen einer besonderen Regelwidrigkeit oder Unsportlichkeit sogleich auf
Hinausstellung zu entscheiden, also aiuch wenn der Spieler vorher
nicht verwarnt wurde und seine Mannschaft insgesamt noch nicht drei Verwarnungen
erhalten hatte. Ebenso kann ein Offizieller sofort hinausgestellt werden,
auch wenn gegen die Offiziellen seiner Mannschaft vorher keine Verwarnung
ausgesprochen wurde. Gegen die Offiziellen einer Mannschaft darf maximal
einmal auf Hinausstellung erkannt werden. Wenn gegen einen Mannschaftsoffiziellen
entsprechend 16:3d eine Hinausstellung ausgesprochen wurde, ist es diesem
erlaubt, im Auswechselraum zu verbleiben und seine Funktion weiter wahrzunehmen;
seine Mannscahft wird jedoch auf der Spielfläche für 2 Minuten
um einen Spieler reduziert.
16:4
Die Hinausstellung ist dem fehlbaren Spieler und dem Zeitnehmer/Sekretär
nach Time-out durch das vorgeschriebene Hinausstellungszeichen, d.h. Hochhalten
eines gestreckten Armes mit zwei erhobenen Fingern (Handzeichen Nr. 14),
deutlich anzuzeigen.
16:5
Die Hinausstellung erfolgt immer für eine Spielzeit von 2 Minuten.
Die dritte Hinausstellung desselben Spielers ist immer auch mit einer
Disqualifikation verbunden (16:6f). Während der Hinausstellungszeit
darf der hinausgestellte Spieler weder selbst im Spiel mitwirken, noch
von einem seiner Mitspieler ersetzt werden. Die Hinausstellungszeit beginnt
mit der Wiederaufnahme des Spiels durch Pfiff. Ist die Hinausstellungszeit
eines Spielers beim Ende der 1. Halbzeit nicht beendet, läuft sie
vom Beginn der zweiten Halbzeit an weiter. Das gleiche gilt zwischen regulärer
Spielzeit und Spielverlängerung sowie während Spielverlängerungen;
sofern nach Ablauf der Verlängerung eine Hinausstellung noch nicht
abgelaufen ist, darf dieser Spieler gemäß Kommentar zur Regel
2:2 an einem 7-m-Werfen nicht teilnehmen.
16:6
Eine Disqualifikation ist auszusprechen bei:
a) unsportlichem Verhalten eines der Offiziellen, nachdem diese zuvor
schon eine Verwarnung und eine Hinausstellung entsprechend Regel 8:4,
16:1c und 16:3d erhalten haben;
b) Regelwidrigkeiten, die die Gesundheit eines Gegenspielers gefährden
c) grob unsportlichem Verhalten eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen
auf oder außerhalb der Spielfläche (8:6, Erläuterung 6)
und im Falle von besonderem oder wiederholtem unsportlichen Verhalten
während Entscheidungen durch 7-m-Werfen
(2:2 Kommentar und 16:13);
d) Tätlichkeit eines Spielers außerhalb der Spielzeit, d.h.
vor Spielbeginn oder während des 7-m-Werfens (2:2 Kommentar, 8:7
und 16:14b);
e) Tätlichkeit eines Mannschaftsoffiziellen (8:7);
f) einer dritten Hinausstellung desselben Spielers (16:5).
16:7
Die Disqualifikation ist dem fehlbaren Spieler oder Offiziellen und dem
Zeitnehmer/Sekretär vom Schiedsrichter nach Time-out durch Hochhalten
der Roten Karte deutlich anzuzeigen (Handzeichen Nr. 13; die "Rote
Karte" sollte ein Format von etwa 9 x 12 cm haben).
16:8
Die Disqualifikation eines Spielers oder eines Mannschaftsoffiziellen
gilt immer für den Rest der Spielzeit. Der Spieler oder Offizielle
muss die Spielfläche und den Auswechselraum sofort verlassen. Nach
dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums darf der Spieler
oder Offizielle in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben. Die Disqualifikation
eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen während der Spielzeit,
auf oder außerhalb der Spielfläche, ist immer mit einer Hinausstellung
für die Mannschaft verbunden. Dies bedeutet, dass die Anzahl der
Spieler der Mannschaft auf der Spielfläche um einen Spieler verringert
wird (16:3f). Die Verringerung auf der Spielfläche wird aber 4 Minuten
dauern, wenn ein Spieler unter den Umständen gemäß Regel
16:12b bis 16:12d disqualifiziert worden ist. Eine Disqualifikation verringert
die Zahl der Spieler oder Offiziellen, die der Mannschaft zur Verfügung
stehen (ausgenommen 16:14b). Es ist der Mannschaft jedoch erlaubt, die
Zahl der Spieler auf der Spielfläche nach Ablauf der Hinausstellung
wieder zu ergänzen. Eine Disqualifikation gilt im Prinzip nur für
den Rest des Spiels, in dem sie verhängt wurde. Sie wird als eine
Entscheidung der Schiedsrichter auf Grund ihrer Beobachtung von Tatsachen
erachtet. Es gibt bei einer Disqualifikation keine über das Spiel
hinausgehenden, weiteren Folgen, außer im Falle von Disqualifikationen
wegen Tätlichkeit (16:6d bis e) oder wenn grob unsportliches Verhalten
eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen (16:6c) Erläuterung 6a,
d oder g entspricht. Solche Disqualifikationen werden im Spielprotokoll
dargelegt (17:10).
16:9
Ein Ausschluss ist auszusprechen bei: Tätlichkeit eines Spielers
(gemäß der Definition in Regel 8:7) während
der Spielzeit ( 16:13, Absatz 1; und 2:6), auch außerhalb der Spielfläche.
16:10
Der Ausschluss ist dem fehlbaren Spieler und dem Zeitnehmer/Sekretär
von den Schiedsrichtern nach Time-out durch das vorgeschriebene Handzeichen
15, d.h., die über den Kopf gekreuzten Arme, deutlich anzuzeigen.
16:11
Der Ausschluss gilt immer für den Rest der Spielzeit, das heißt,
die Mannschaft muss auf der Spielfläche mit einem Spieler weniger
spielen. Wird ein Spieler ausgeschlossen, der entweder gerade eine Hinausstellung
verbüßte, soeben eine solche erhalten hatte oder gemäß
16:12 eine Reduzierung seiner Mannschaft auf der Spielfläche verschuldet
hatte, so tritt neben der Folge seines Ausschlusses gemäß Satz
1 keine weitere Reduzierung der Mannschaft. Der ausgeschlossene Spieler
darf nicht ersetzt werden und muss die Spielfläche sowie den Auswechselraum
sofort verlassen. Nach dem Verlassen der Spielfläche und des Auswechselraums
darf der Spieler in keiner Form Kontakt zur Mannschaft haben. Ein Ausschluss
muss von den Schiedsrichtern für die zuständigen Instanzen im
Spielprotokoll dargelegt werden (17:10).
16:12
Wird von einem Spieler oder Mannschaftsoffiziellen gleichzeitig oder in
direkter Folge vor dem Wiederanpfiff mehr als !eine Regelwidrigkeit begangen
und erfordern diese Verstöße verschiedene Strafen, ist grundsätzlich
nur die schwerwiegendste Strafe auszusprechen. Das ist immer der Fall,
wenn eine der Regelwidrigkeiten eine Tätlichkeit ist. Es gelten jedoch
die folgenden besonderen Ausnahmen, bei welchen in sämtlichen Fällen
die Mannschaft auf der Spielfläche für 4 Minuten reduziert wird:
a) wenn sich ein Spieler, welcher gerade eine Hinausstellung erhalten
hat, vor der Wiederaufnahme des Spiels unsportlich verhält, soll
er eine zusätzliche Hinausstellung erhalten (16:3g); wenn die zusätzliche
Hinausstellung die dritte für den Spieler ist, wird er disqualifiziert.
b) wenn sich ein Spieler, der gerade eine Disqualifikation bekommen hat
(direkt oder wegen seiner dritten Hinausstellung), vor der Wiederaufnahme
des Spiels unsportlich verhält, wird die Mannschaft mit einer zusätzlichen
Strafe belegt, wodurch die Reduzierung 4 Minuten beträgt (16:8, Absatz
2).
c) wenn sich ein Spieler, der gerade eine Hinausstellung bekommen hat,
vor der Wiederaufnahme des Spiels grob unsportlich verhält, wird
er zusätzlich disqualifiziert (16:6c); die beiden Strafen bedeuten
eine 4-Minuten-Reduzierung der Mannschaft (16:8, Absatz 2).
d) wenn sich ein Spieler, der gerade eine Disqualifikation bekommen hat
(direkt oder wegen seiner dritten Hinausstellung), vor der Wiederaufnahme
des Spiels grob unsportlich verhält, wird die Mannschaft mit einer
zusätzlichen Strafe belegt; die Reduzierung beträgt insgesamt
4 Minuten (16:8, Absatz 2).
16:13
Die in den Regeln 16:1, 16:3, 16:6 und 16:9 beschriebenen Situationen
umfassen allgemein während der Spielzeit begangene Regelwidrigkeiten
(2:8). Zur Spielzeit zählen alle Pausen, die Verlängerungen,
Time-outs, sowie
für den Fall der 16:6 auch alle Entscheodungsverfahren (z.B. 7-m-Werfen).
Während der Durchführung solcher Entscheidungen, bei denen Hinausstellungen
für die Betroffenen folgenlos sind, sollte jegliche Art von besonderem
oder wiederholtem unsportlichen Verhalten jedoch zur Disqualifikation
führen, und damit die weitere Teilnahme dieses Spielers verhindern
(siehe 2:2 Kommentar).
16:14
Unsportliches Verhalten, grob unsportliches Verhalten oder eine Tätlichkeit
seitens eines Spielers oder Mannschaftsoffiziellen im Bereich der Wettkampfstätte,
aber außerhalb der Spielzeit, ist wie folgt zu ahnden:
Vor dem Spiel:
a) bei unsportlichem Verhalten mit Verwarnung (16:1c).
b) wiederholtes oder grob unsportliches Verhalten oder eine Tätlichkeit
mit Disqualifikation, wobei die Mannschaft aber mit 14 Spieler und 4 Offiziellen
beginnen darf. 16:8, Absatz 2 trifft nur bei Vergehen während der
Spielzeit zu; folglich hat die Disqualifikation keine Hinausstellung zur
Folge.
Bestrafungen für Vergehen vor dem Spiel können jederzeit während
des Spiels ausgesprochen werden, sobald die fehlbare Person als am Spiel
Beteiligter wahrgenommen wird und dies zum Zeitpunkt des Vergehens nicht
möglich war.
Nach dem Spiel:
c) schriftliche Meldung.
Regel 17: Die Schiedsrichter
17:1
Jedes Spiel wird von zwei gleichberechtigten Schiedsrichtern geleitet,
denen ein Zeitnehmer und ein Sekretär zur Seite stehen.
Nur
gültig für den Bereich des DHB:
Im notwendigen Fall können Spieler von einem Schiedsrichter geleitet
werden.
17:2
Die Aufsicht über das Verhalten der Spieler und Offiziellen beginnt
für die Schiedsrichter mit dem Betreten der Wettkampfstätte
und endet, wenn sie die Wettkampfstätte verlassen.
17:3
Die Schiedsrichter sind verantwortlich für das Prüfen der Spielfläche,
der Tore und der Bälle vor Spielbeginn. Sie bestimmen, welche Bälle
zum Einsatz kommen (Regel 1 und 3:1). Außerdem stellen die Schiedsrichter
die Anwesenheit der beiden Mannschaften in vorschriftsmäßiger
Spielkleidung fest, prüfen das Spielprotokoll und die Ausrüstung
der Spieler. Sie tragen dafür Sorge, dass die Zahl der Spieler und
Offiziellen im Auswechselraum innerhalb der Grenzen liegt und stellen
die Anwesenheit und Identität der beiden "Mannschaftsverantwortlichen"
fest. Jegliche Unstimmigkeiten sind zu beseitigen (4:1 bis 2 und 4:7 bis
9).
17:4
Das Losen wird von einem der Schiedsrichter in Gegenwart des anderen Schiedsrichters
und beider Mannschaftskapitäne vorgenommen (10:1).
17:5
Grundsätzlich muss das ganze Spiel von denselben Schiedsrichtern
geleitet werden. In ihrer Verantwortung zur Gewährleistung des Spielablaufs
im Einklang mit den Spielregeln müssen sie jede Regelwidrigkeit ahnden
(ausgenommen 13:2 und 14:2). Fällt einer der Schiedsrichter während
des Spiels aus, leitet der andere das Spiel alleine (Für IHF- und
Kontinent-Veranstaltungen wird die Situation entsprechend dem jeweiligen
Reglement gehandhabt).
17:6
Wenn beide Schiedsrichter bei einer Regelwidrigkeit gegen dieselbe Mannschaft
pfeifen, aber unterschiedlicher Auffassung über die Höhe der
Bestrafung, sind, gilt immer die schwerwiegendste Strafe.
17:7
Wenn beide Schiedsrichter bei einer Regelwidrigkeit pfeifen oder der Ball
die Spielfläche verlassen hat, und die bei den Schiedsrichter gegensätzlicher
Auffassung darüber sind, welche Mannschaft in Ballbesitz kommen soll,
gilt die gemeinsame Entscheidung, die von den Schiedsrichtern nach einer
kurzen Absprache erzielt wird. Wenn sie nicht zu einer gemeinsamen Entscheidung
gelangen, hat die Meinung des Feldschiedsrichters Vorrang. Ein Time-out
ist Pflicht. Nach klarem Handzeichen über die Spielfortsetzung wird
das Spiel wieder angepfiffen (2:8d, 15:5).
17:8
Beide Schiedsrichter sind für das Zählen (Notieren) der Tore
verantwortlich. Außerdem notieren sie Verwarnungen, Hinausstellungen,
Disqualifikationen und Ausschlüsse.
17:9
Beide Schiedsrichter sind für die Kontrolle der Spielzeit verantwortlich.
Entstehen Zweifel über die Richtigkeit der Zeitmessung, treffen die
Schiedsrichter eine gemeinsame Entscheidung (siehe auch 2:3).
17:10
Die Schiedsrichter sind dafür verantwortlich, dass das Spielprotokoll
nach dem Spiel ordnungsgemäß ausgefüllt wird. Ausschlüsse
(16:11) und Disqualifikationen gemäß der Beschreibung in Regel
16:8, Absatz 4 sind im Spielprotokoll zu begründen.
17:11
Entscheidungen der Schiedsrichter auf Grund ihrer Tatsachenfeststellung
oder Beurteilung sind unanfechtbar. Nur gegen Entscheidungen, die im Widerspruch
zu den Regeln stehen, kann Einspruch erhoben werden. Während des
Spiels sind nur die jeweiligen "Mannschaftsverantwortlichen"
berechtigt, die Schiedsrichter anzusprechen.
17:12
Die Schiedsrichter haben das Recht, ein Spiel zu unterbrechen oder abzubrechen.
Vor einer Entscheidung, das Spiel abzubrechen, müssen alle Möglichkeiten
zur Fortsetzung des Spiels ausgeschöpft werden.
17:13
Die schwarze Spielkleidung ist vorrangig für die Schiedsrichter vorgesehen.
Regel 18: Zeitnehmer und Sekretär
18:1
Grundsätzlich hat der Zeitnehmer die Hauptverantwortung für
die Spielzeit, das Time-out und die Hinausstellungszeit hinausgestellter
Spieler. Der Sekretär hat die Hauptverantwortung für die Spielerlisten,
das Spielprotokoll, das Eintreten von Spielern, die nach Spielbeginn ankommen,
und das Eintreten von nicht teilnahmeberechtigten Spielern. Andere Aufgaben,
wie die Kontrolle der Zahl der Spieler und Mannschaftsoffiziellen im Auswechselraum
sowie das Aus- und Eintreten
von Auswechselspielern gelten als gemeinsame Verantwortungen. Generell
sollte der Zeitnehmer (und falls anwesend ein Technischer Delegierter
des zuständigen Verbandes) die notwendigen Spielunterbrechungen vornehmen.
Siehe auch Erläuterung 9 zu den korrekten Verfahren beim Eingreifen
von Zeitnehmer/Sekretär bei der Erfüllung einiger ihrer oben
beschriebenen Verantwortungen.
Nur
gültig für den Bereich des DHB:
Es ist erlaubt, die Aufgaben von Sekretär und Zeitnehmer auf eine
Person zu vereinigen.
18:2
Wenn keine öffentliche Zeitmessanlage vorhanden ist, muss der Zeitnehmer
den Mannschaftsverantwortlichen jeder Mannschaft über die gespielte
oder noch zu spielende Zeit unterrichten, insbesondere nach einem Time-out.
Wenn es keine Zeitmessanlage mit automatischem Signal gibt, übernimmt
der Zeitnehmer die Verantwortung für das Auslösen des Schlusssignals
zur Halbzeit und zu Spielende (sieheRegel 2:3). Sofern die öffentliche
Zeitmessanlage nicht auch für die Anzeige von Hinausstellungszeiten
(bei IHF-Spielen mindestens drei pro Mannschaft) eingerichtet ist, platziert
der Zeitnehmer eine Karte auf dem Zeitnehmertisch, auf welcher für
jede Hinausstellung die Zeit des Wiedereintritts und die Trikotnummer
des hinausgestellten Spielers aufgeführt sind.
|